Berlin Südkreuz–Blankenfelde (Dresdner Bahn)


Schallschutz

Der Schutz vor Lärm ist in unserer Gesellschaft ein hohes Gut. Eine lärmarme Umgebung trägt wesentlich zur Lebensqualität bei. Auch die Deutsche Bahn AG nimmt dieses Thema sehr ernst.

Schallausbreitung an Schienenwegen (Grafik: DB AG)
Schallausbreitung an Schienenwegen (Grafik: DB AG)

Für die Dresdner Bahn heißt dies, dass hier zum Schutz der Anwohner aktive und passive Schallschutzmaßnahmen ergriffen werden.

Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen (Grafik: DB AG)
Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen (Grafik: DB AG)

Aktive Schallschutzmaßnahmen vermindern den Schall an der Quelle oder auf dem Ausbreitungsweg. Die häufigste Form aktiver Schallschutzmaßnahmen an Schienenwegen sind Schallschutzwände – Außenwände neben den Gleisen und Mittelwände zwischen den Gleisen. Sie sind zwischen Attilastraße–Marienfelde, in Lichtenrade, in Mahlow und in Blankenfelde vorgesehen. Die genauen Abschnitte werden im Rahmen der Planfeststellungsbeschlüsse für jeden Abschnitt separat festgelegt. Ergänzend wird das „Besonders überwachte Gleis“ als schallmindernde Maßnahme vorgesehen.

Passive Schallschutzmaßnahmen werden dann ergriffen, wenn die Lärmgrenzwerte – trotz der aktiven Maßnahmen – überschritten werden. Der Einbau von Schallschutzfenstern ist dabei die am häufigsten angewendete Maßnahme.

Rechtliche Grundlage

Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 41) ist beim Bau oder bei einer wesentlichen Änderung von Schienenwegen sicherzustellen, dass durch diese keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden, die nach dem Stand der Technik und mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand vermeidbar sind. Es heißt weiter im Gesetz: Eine Änderung ist wesentlich, wenn ... ein Schienenweg um ein oder mehrere durchgehende Gleise baulich erweitert wird.
Die Dresdner Bahn erhält zwei neue durchgehende Hauptgleise und fällt somit unter diese gesetzliche Bestimmung. Die sich daraus ableitende Rechtsfolge ist die Pflicht der Bahn, die jeweils geltenden gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten.

Immissionsgrenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung für den Tages- und Nachtzeitraum:

Gebiet Grenzwert Tag
(6-22 Uhr)
Grenzwert Nacht
(22-6 Uhr)
an Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen, Altenheimen 57 dB (A) 47 dB (A)
in reinen und allgemeinen Wohngebieten, Kleinsiedlungsgebieten 59 dB (A) 49 dB (A)
in Kern-, Dorf- und Mischgebieten 64 dB (A) 54 dB (A)
in Gewerbegebieten 69 dB (A) 59 dB (A)

Schallschutzkonzept

Entlang der Dresdner Bahn ist eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt worden. Als Ergebnis entstehen im Bauabschnitt Lärmschutzwände auf einer Streckenlänge von rund acht Kilometern. Um die geforderten Grenzwerte zu erreichen, stehen die Wände möglichst nahe an der Schallquelle, also auch in der Mitte der Gleisanlagen. Die Wände sind bis zu fünf Meter hoch. Ergänzend wird das „Besonders überwachte Gleis“ als schallmindernde Maßnahme vorgesehen.

Minderungspotenzial von Maßnahmen zur Lärm- und Schallreduzierung (Grafik: DB AG)
Minderungspotenzial von Maßnahmen zur Lärm- und Schallreduzierung (Grafik: DB AG)

Das Konzept für die Aufstellung der Schallschutzwände ist mit der schalltechnischen Untersuchung festgelegt.
Die Schallschutzwände werden begrünt.

Besonders überwachtes Gleis

Eine weitere aktive Schallschutzmaßnahme direkt am Fahrweg stellt das „Besonders überwachte Gleis“, kurz BüG dar.
Es entsteht mehr Lärm, wenn die Räder eines Zuges über aufgeraute Schienen rollen. Wenn das Infrastrukturunternehmen zu der Maßnahme BüG verpflichtet wird, dann hat es den Zustand der Strecke in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Wird bei der schalltechnischen Überwachung durch den Schallmesswagen festgestellt, dass eine Eingreifschwelle (+ 2 Dezibel) überschritten ist, besteht die Verpflichtung, diese durch geeignete Schleifverfahren zu beseitigen. Damit wird ein akustischer guter Schienenzustand dauerhaft gewährleistet. Durch die Maßnahmen innerhalb des BüG kann die Lärmbelastung um rund 3 Dezibel gesenkt werden. Das „Besonders überwachte Gleis“ ist abschnittsweise, nicht durchgängig auf der gesamten Strecke, vorgesehen.

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