Berlin Südkreuz–Blankenfelde (Dresdner Bahn)


Schallschutz

Der Schutz vor Lärm ist in unserer Gesellschaft ein hohes Gut und eine lärmarme Umgebung trägt wesentlich zur Lebensqualität bei. Auch die Deutsche Bahn AG nimmt sich dem Thema an und stellt gemeinsam mit dem Bund mit dem Lärmschutzziel 2030/2050 den Menschen in den Mittelpunkt. Bis zum Jahr 2030 sollen mehr als 800.000 Anwohner:innen von Schienenverkehrslärm entlastet werden. Verschiedene Maßnahmen tragen dazu bei, den Lärm an der Schienenstrecke zu verringern.

Schallausbreitung an Schienenwegen (Grafik: DB AG)
Schallausbreitung an Schienenwegen (Grafik: DB AG)

Auch für die Dresdner Bahn kommen Schallschutzmaßnahmen zum Tragen, die man grundsätzlich in aktiven und passiven Schallschutz unterteilt.

Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen (Grafik: DB AG)
Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen (Grafik: DB AG)

Aktive Schallschutzmaßnahmen vermindern den Schall an der Quelle oder auf dem Ausbreitungsweg. Die häufigste Form aktiver Schallschutzmaßnahmen an Schienenwegen sind Schallschutzwände − Außenwände neben den Gleisen und Mittelwände zwischen den Gleisen. Sie sind zwischen Attilastraße-Marienfeld, in Lichtenrade, in Mahlow und in Blankenfelde vorgesehen. Die genauen Abschnitte sind im Rahmen der Planfeststellungsbeschlüsse für jeden Abschnitt separat festgelegt.

Passive Schallschutzmaßnahmen werden dann ergriffen, wenn die Lärmgrenzwerte - trotz der aktiven Maßnahmen - überschritten werden. In Wohngebieten ist der Einbau von Schallschutzfenstern die am häufigsten angewandte Maßnahme. Grundsätzlich folgen die Maßnahmen den gesetzlichen Regelungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.

Rechtliche Grundlage

Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 41) ist beim Bau oder bei einer wesentlichen Änderung von Schienenwegen sicherzustellen, dass durch diese keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden, die nach dem Stand der Technik und mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand vermeidbar sind. Es heißt weiter im Gesetz: Eine Änderung ist wesentlich, wenn ein Schienenweg um ein oder mehrere durchgehende Gleise baulich erweitert wird. Die Dresdner Bahn erhält zwei neue durchgehende Hauptgleise und fällt somit unter die gesetzliche Bestimmung.

Für Städte, Dörfer und Wohnsiedlungen gibt es Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Sie sind in der Nacht wesentlich strenger als am Tag und liegen 10 Dezibel niedriger, was in etwa eine Halbierung des Lärms bedeutet.

Immissionsgrenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung für den Tages- und Nachtzeitraum:

Gebiet Grenzwert Tag
(6-22 Uhr)
Grenzwert Nacht
(22-6 Uhr)
an Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen, Altenheimen 57 dB (A) 47 dB (A)
in reinen und allgemeinen Wohngebieten, Kleinsiedlungsgebieten 59 dB (A) 49 dB (A)
in Kern-, Dorf- und Mischgebieten 64 dB (A) 54 dB (A)
in Gewerbegebieten 69 dB (A) 59 dB (A)

Schallschutzkonzept in Arbeit

Entlang der Dresdner Bahn ist eine flächendeckende schalltechnische Untersuchung durchgeführt worden. Als Ergebnis entstehen im Bauabschnitt Lärmschutzwände und -wälle auf einer Streckenlänge von rund acht Kilometern. Um die geforderten Grenzwerte zu erreichen, stehen die Wände möglichst nahe an der Schallquelle, also auch in der Mitte der Gleisanlagen. Die Wände sind bis zu fünf Meter hoch. Das genaue Konzept für die Aufstellung der Schallschutzwände wurde im Rahmen der Planfeststellungsbeschlüsse für die Abschnitte 1 und 2 genehmigt. Im dritten Abschnitt ist das Schallschutzkonzept Teil der eingereichten Planfeststellungsunterlagen und wurde mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 30.08.2019 genehmigt

Minderungspotenzial von Maßnahmen zur Lärm- und Schallreduzierung (Grafik: DB AG)
Minderungspotenzial von Maßnahmen zur Lärm- und Schallreduzierung (Grafik: DB AG)

Für die Schallschutzwände ist darüber hinaus ein detailliertes Bepflanzungskonzept vorgesehen.

Besonders überwachtes Gleis

Eine weitere aktive Schallschutzmaßnahme direkt am Fahrweg stellt das besonders überwachte Gleis dar, kurz BüG. Es entsteht mehr Lärm, wenn die Räder eines Zuges über aufgeraute Schienen rollen. Daher ist beim BüG der Betreiber einer Strecke verpflichtet, den Schienenzustand des entsprechenden Abschnitts nach dem ersten Schleifen und anschließend in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Wird bei der schalltechnischen Überwachung durch den Schallmesswagen festgestellt, dass ein Grenzwert (+ 2 Dezibel) überschritten ist, besteht die Verpflichtung, dies durch geeignete Schleifverfahren zu beseitigen, um einen akustisch guten Schienenzustand zu gewährleisten. Durch die Maßnahmen innerhalb des BüG kann die Lärmbelastung um rund 3 Dezibel gesenkt werden. Das Besonders überwachte Gleis ist für die gesamte Strecke vorgesehen.

Zum Seitenanfang